Weiler Fasnet

Zunftlied

Solang auf unserem Marktplatz das Kepler-Denkmal steht,

solang in unseren Adern das Narrenblut noch geht,

solang am gleichen Platze noch steht das alt‘ Rathaus,

solang stribt d‘ lustig Narretei in unserer Zunft net aus!

 Solang mer d‘ Weil der Städter noch Spicklengs-Köpfe heißt,

solang um unseren Kirchturm der Sturm noch heult und pfeift,

solang in der Stadtmauer noch steht der Storchenturm,

solang geht d‘ lustig Narretei in unserer Zunft noch um!

Solangs dia Narrakasper in unsrer Zunft noch geit,

 solang an unsrer Fasnet send d‘ Leit gar nemme gscheit,

solang die Musikanten no tüchtig bloset nei,

solang schläft d‘ lustig Narretei in unserer Zunft net ei!

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Entstehung

Die ersten Zeugnisse der Weil der Städter Fasnet reichen fast bis ins Mittelalter zurück. Meist bestanden sie aber aus Verboten und Strafen, wenn es jemand mal übertrieben hatte.

Eine richtige organisierte Fasnet mit gleichartigen Masken und Häs, wie in Rottweil oder Elzach, gab es in Weil der Stadt lange Zeit nicht.

Erst während der Jahrhundertwende vom 19. ins 20. Jahrhundert organisierten sich Gruppen und führten Schauspiele auf dem Marktplatz auf. In dieser Zeit trat auch die Zigeunergruppe das erste mal in Erscheinung.

In den Kriegswirren verebbte der Mummenschanz meist, weil man andere Sorgen hatte.

Erst die Gründung der Narrenzunft AHA Weil der Stadt e.V. brachte Kontinuität in das närrische Treiben.

Heute besteht die Narrenzunft aus vielen verschiedenen Gruppen, welche man alle auf dem Narrenbrunnen sehen kann.

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Ablauf

Die Saison beginnt am  11.11. mit einem kleinen Umzug vom Spital zum Marktplatz, wo dann eine kleine Hexe als Symbol der Fasnetseröffnung aus der Kiste steigt.

Meist in den Monaten Januar und Februar finden die verschiedenen Bälle in der Festhalle in Weil der Stadt statt, welche ein buntes Programm bieten und bei denen man uns tanzen sehen kann.

Eine Woche vor dem Fasnetssonntag findet der Narrensprung mit dem Rathaussturm statt. Der Bürgermeister wird aus dem Rathaus vertrieben und übergibt die Macht (symbolisch durch einen überdimensionalen Rathausschlüssel) an den Zunftmeister.

Am Fasnetssonntag strömen bei gutem Wetter bis zu 50.000 Besucher nach Weil der Stadt, um den großen Umzug anzuschauen. Seine Besonderheit ist die Mischung aus imposanten Wagen, Maskengruppen und Musikkapellen. Er führt um den gesamten historischen Stadtkern und gehört zu den längsten Umzügen überhaupt.

Damit aber nicht genug, am Fasnetsdienstag sind die Kleinen dran. Erst werden sie in ihren Kindergärten rund um Weil der Stadt von den Gruppen besucht und werden dann beim Kinderumzug erwartet.

Die Fasnetsverbrennung, pünktlich um 24 Uhr, beendet die Fasnetssaison.